ROHPROG unterstützt den Aufruf der EuRIC zur Aufrechterhaltung des freien, fairen und nachhaltigen Handels mit Sekundärrohstoffen

Im Rundschreiben vom 28.10.2021 des Bundesverbands Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. (BVSE) weist Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock auf eine Initiative der European Recycling Industries’ Confederation (EuRIC).

Im Anschreiben vom 26.10.2021 an die Exekutivorgane der Europäischen Kommission spricht sich Cinzia VEZZOSI, Präsident der EuRIC, gegen eine pauschale Exportbeschränkung von nicht gefährlichen Sekundärrohstoffen aus.

Es hätte verheerende Auswirkungen auf die Recyclingindustrie und das Ziel, Klimaneutralität zu erreichen, sollten pauschale Exportbeschränkungen Teil der überarbeiteten Waste Shipment Regulation (WSR) werden.

Die Überarbeitung der WSR unterstütze man im Wesentlichen, bemängelt aber die fehlende Unterscheidung zwischen unbehandelten Abfällen und Rohmaterialien aus dem Recycling (Sekundärrohstoffe). Eine solche Unterscheidung ist zurzeit nicht gegeben.

Dies widerspricht den Zielen des European Green Deals und des Circular Economy Action Plan (CEAP), die zum Ziel haben, dass Europa umweltfreundliches und sozial nachhaltiges Wirtschaftswachstum fördert.

Um diese Ziele zu erreichen, ist die europäische Recyclingindustrie von entscheidender Bedeutung. Indem man Abfallprodukte wieder als Rohstoffe nutzbar macht, schont man natürliche Ressourcen und vermeidet die Erzeugung klimaschädlicher Treibhausgase. Die sich schnell entwickelnde europäische Recyclingindustrie sichert zudem lokale Arbeitsplätze in der EU.

Momentan liegt der Recycling-Anteil für Rohstoffe bei 12 %. Eine Exportbeschränkung von Sekundärrohstoffen würde diesen Anteil weiter reduzieren und europäische Unternehmen schaden. Das hätte zur Folge, dass mehr natürliche Rohstoffe verbraucht und Unternehmen außerhalb der EU, die keinen Restriktionen unterliegen, bevorteilt werden.

Zudem untergraben Exportbeschränkungen den Anreiz, Sekundärrohstoffe zu sammeln, diese zu recyceln und Jobs in diesem Bereich zu schaffen. Dies steht im Widerspruch zu gesetzlich festgelegten Recycling-Zielen und den Interessen der Bürger/innen der EU.

Die Unterzeichner der Initiative, zu denen auch der BVSE gehört, drängen stattdessen auf die Überführung von einer bisher weitgehend linearen hin zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft.

Dies kann erreicht werden, indem Sekundärrohstoffe einen Status erhalten, der qualitative Spezifikationen festlegt, wirtschaftliche Anreize setzt und bindende Recycling-Ziele festlegt.

Daraus ergeben sich folgende Forderungen:

  1. Änderungen in der überarbeiteten WSR sollen nur auf problematische Abfallströme abzielen. Eine Lösung, die nicht zwischen Abfallsorten unterscheidet, widerspricht den Zielen des EU Green Deal.
  2. Aufrechterhaltung des freien und fairen Handels mit Sekundärrohstoffen innerhalb und aus der EU heraus. Dies ist von essenzieller Bedeutung für die Konkurrenzfähigkeit der europäischen Recyclingindustrie.
  3. Einführungen eines stabilen gesetzlichen Rahmens der Sekundärrohstoffe klassifiziert und wirtschaftliche Anreize für umweltfreundliche und nachhaltige Kreislaufwirtschaft setzt.

Die ROHPROG schließt sich diesen Forderungen an und hat das Schreiben mit gegengezeichnet.

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