September 2016 – Wichtige Gesetzesänderung für HBCD-haltige Polystyrol-Dämmstoffe

Zum 30.09.2016 tritt eine wichtige Änderung der Abfallverzeichnisordnung (AVV) in Kraft. Polystyrol-Dämmstoffe, die
das Flammschutzmittel HBCD enthalten, werden ab einer Konzentrationsgrenze von 1.000 mg/kg als gefährlicher
Abfall eingestuft (AVV-Schlüsselnummer 17 06 03*). Sie müssen getrennt gesammelt und dürfen nicht mit anderen
Abfällen vermischt werden.

Da bis März 2015 HBCD (Hexabromcyclododecan) bei der Herstellung von Styropor-/Styrodur-Dämmplatten eingesetzt wurde, betrifft diese Änderung vor allem Abbruch- und Sanierungsarbeiten, aufgrund von Ausnahmeregelungen aber
auch Neuinstallationen von Polystyrol-Dämmplatten.

Derzeit gibt es noch keinen konkreten genehmigten Verwertungs-/Beseitigungsweg für diese Styropor-/Styrodur-Dämmplatten.

Für unsere Kunden bedeutet dies Folgendes:
Da eine exakte Unterscheidung zwischen gefährlichen und ungefährlichem Polystyrol/Styropor ohne Analyse nicht
möglich ist, sind wir ab sofort gezwungen, sowohl alle Mischfraktionen die Polystyrol enthalten, als auch alle Monofraktionen aus Polystyrol-Dämmplatten abzulehnen. Dies gilt für sämtliche von uns durchgeführte Entsorgungstransporte (Mulden, Container, Sackware) sowie für die Anlieferung/Annahme auf unserem Betriebs-
gelände. Ausgenommen ist nur sortenrein in Säcken verpacktes Verpackungsstyropor. Um den Entsorgungsprozess
der sonstigen Abfälle zu garantieren, bitten wir dringend, keine Styropor-/Styrodurmaterialien beizumischen.

Sobald es eine gesetzeskonforme Entsorgungslösung gibt, werden wir unsere Kunden darüber informieren. Derzeit
warten bundesweit alle Entsorger auf eine Vorgabe durch die Aufsichtsbehörden.